Mediation – mit Pause

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Peter Kubesch

Peter Kubesch

Wirtschaftsmediator bei geschlichtet!
Mag. Peter Kubesch, CMC ist Wirtschaftsmediator. Er spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Peter Kubesch

Da entscheidet sich der Chef eines Handelsunternehmens mit 65 Mitarbeitern, dass Mediation das ideale Medium wäre, um zwei Streithansln wieder zu „befrieden“. Sie sollen ihre Probleme lösen und wieder zusammenarbeiten. Als Mediator werde ich auf Empfehlung eines Geschäftspartners des Chefs eingeladen und erkläre allen Beteiligten wie die Mediation ablaufen kann.

Nach einigem Zögern sind auch die beiden Konfliktparteien (ein 47 jähriger Abteilungsleiter und eine 38 jährige Mitarbeiterin aus seinem Team) bereit, dass die Wirtschaftsmediation gestartet wird.

Die erste Mediationssitzung dauert zwar nur eine Stunde, aber sie ist recht konstruktiv. Beide Konfliktparteien beschreiben ausführlich, warum aus ihrer Sicht der Konflikt entstanden ist.

In der zweiten Sitzung, nach einer Woche, sollte dann etwas Struktur in das Verfahren gebracht werden. Doch dazu kommt es nicht, denn die Mitarbeiterin sagt, sie hat kein Interesse mehr an der Mediation. Punkt. Ohne weitere Erklärung. Auch in einem vier-Augen-Gespräch mit mir als Mediator ist die Mitarbeiterin nicht zu bewegen die Mediation weiterzuführen. Persönliche Gründe seien der Grund.

Als Mediator habe ich aufgrund meiner Allparteilichkeit eine Situation wie diese zu respektieren. Es geht um Vertrauen, Vertraulichkeit und eben Respekt.

Diese Mediation pausierte zunächst und drohte abgebrochen zu werden. Als Mediator kann ich niemanden zwingen weiter an der Mediation teilzunehmen. Eine Abkühlungsphase war hier angebracht, die persönlichen Gründe wurden auch ein einem weiteren Vier-Augen-Gespräch nicht genannt. Doch gelang es, dass die Mitarbeiterin überzeugt werden konnte, noch einmal in die Mediation zu kommen. Denn der Mitarbeiterin war ganz klar, dass ein „weiter so“ mit ihrem Vorgesetzten unmöglich für sie. Der Vorgesetzte hatte mit der Pause von 4 Wochen kein Problem, er war mit Arbeit so eingedeckt und glücklicher Weise so viel unterwegs in diesen 3 Wochen, dass er diese Zwangspause nicht als solche wahrgenommen hat.

Nach der vierwöchigen Pause nahm ich eine weibliche Kollegin als Co-Mediatorin mit in die Mediation. Dies erleichterte die Situation für die Mitarbeiterin merklich. Nach zwei weiteren Mediationssitzungen wurde eine Lösung gefunden, mit der beide Mitarbeiter dieses Unternehmens leben konnten. Die Pause war kein Thema mehr.

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