Kooperation: Vom Firmenimage bis zur Fotoreise

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Interview zu Kooperation im Büro von TIRZA photography & visual concepts : gute Laune und lockere Atmosphäre
Johannes Priebsch

Johannes Priebsch

Mediator & Partner bei geschlichtet!
Mediator in Wien. Schwerpunkte Behindertengleichstellung, Start-Ups und Wirtschaftsmediation. Auf Deutsch, Italienisch und Englisch.
Johannes Priebsch

Erfahren Sie exklusiv wie die Fotografinnen Tirza Podzeit und Katharina Zwettler gemeinsam die erfolgreichen Unternehmen TIRZA photography & visual concepts und DIE FOTOFÜCHSE® aufgebaut haben. Lesen Sie von ihren ersten Schritten mit der Kamera und ihren ganz persönlichen Zugängen zur Fotografie. Was macht den Außenauftritt eines Unternehmens aus? Wie kann man auf Reisen gut fotografieren lernen? Und was ist das Geheimnis für ihre gelungene Kooperation.

Der Weg zur Fotografie

Johannes: Wart ihr immer schon Fotografinnen oder habt Ihr vorher was Anderes gemacht?

Tirza: Ich war vorher diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester. Aufgrund dessen, dass mir die Arbeit zu einseitig wurde, habe ich gekündigt und mich umgesehen, was es so am kreativen Markt gibt. Ich hab dann versucht ins Kolleg für Fotografie reinzukommen und die Aufnahmeprüfung an der Graphischen in Wien gleich geschafft.

Johannes: Hast du das nebenbei gemacht?

Tirza: Da ich doch schon einige Berufsjahre hinter mir hatte, habe ich 2007 meinen Beruf komplett gekündigt. Allerdings habe ich während meiner fotografischen Ausbildung – und das sind doch 34 Stunden pro Woche – nebenbei noch Kunstgeschichte studiert und dadurch das Selbsterhalter-Stipendium bekommen. Zusätzlich habe ich da auch den einen oder anderen Nebenjob angenommen, um mich irgendwie durchzuwurschteln.

Johannes: Kathi, wie war das bei dir?

Kathi: Das war ein bisschen einfacher. Zuerst Matura, danach kurz in ein Psychologie und Publizistik Studium hineingeschnuppert. Ich habe schnell gemerkt, dass mir studieren zu trocken war und mich das nicht glücklich macht. Ich wollte etwas tun und schaffen, deswegen habe ich das Fotografie-Kolleg an der Graphischen besucht. Nebenbei habe ich im Konzerthaus als Inspizient gearbeitet, Konzerte und Events fotografiert.

Tirza: Und sie hat schon bevor sie das Kolleg angefangen hat, immer wieder mit Photoshop und Fotografie zu tun gehabt.

Die erste Kamera

Kathi: Mein Vater ist Kameramann und deswegen lagen bei uns immer Kameras zu Hause herum. Schon als Kind konnte ich diese einfach nehmen und fotografieren.

Johannes: Bist Du sozusagen mit der Kamera aufgewachsen?

Kathi: Ja, es gibt Babyfotos von mir, auf denen ich Objektive in der Hand halte.

Tirza: Bei mir gab es die Fotografie auch bereits in der Kindheit. Ich hab von meiner Oma eine Kamera mit APS-Filmen – die heute wahrscheinlich nur mehr wenige kennen – bekommen. Die mit den Schneckerln, und dem geraden Steg oben in der Mitte. Mit der Kamera hab ich damals alles festgehalten. Bis ich dann meine erste analoge Spiegelreflex bekommen hab. Irgendwie kamen da noch nicht die Bilder raus, die ich haben wollte. Dann kamen die digitalen Spiegelreflexkameras und ich habe gedacht jetzt ist die Welt gerettet – jetzt werde ich gute Fotos machen. Das war dann auch nicht ganz so und dann habe ich Fachbücher gelesen. Die waren mir zu trocken. Ich bin ein Learning-by-Doing-Typ. Das verbindet uns (Kathi und mich)… Jahre später bin ich dann eben in die Ausbildung hineingerutscht.

Wenn es beruflich klickt

Johannes: Ihr habt euch bei der Ausbildung kennengelernt. Wann hat es bei Euch beruflich geklickt?

Kathi: Das erste Mal bei Tirzas Diplomprojekt. Da habe ich ihr die Fotos retuschiert.

Tirza: Ja, wir haben damals ein ziemlich aufwendiges Diplomprojekt gemacht mit einer unserer Kolleginnen, Aslan, und zwei Grafikerinnen. Damals haben wir fürs Belvedere ein Kunstvermittlungsprojekt, also ein neues Führungssystem durch Ausstellungen, ausgearbeitet. Dabei hatten wir ein paar verrückte Bildideen… Eine davon war “Judith und Holofernes”. Da geht es ja darum, dass Judith Holofernes den Kopf abhackt und wir haben das in eine Bildidee “Waage der Gerechtigkeit” reingepackt. Dabei steht Judith mit ihrem Schwert neben einer Waage und in einer der Waagschalen liegt eben der abgeschnittene Kopf des Holofernes. Und da muss man halt dann doch ein bissl mit Photoshop nachhelfen… Wir haben natürlich versucht, sehr viel im Vorhinein umzusetzen, aber das ging dann bei dieser Bildidee doch nicht. Und dadurch, dass ich Spitz gekriegt hatte, dass die Kathi sehr affin mit Photoshop umgehen kann, habe ich sie gefragt: “Liebe Kathi, kannst du mal bitte…” und sie nur “Jaja, das geht schon!”.

Johannes: Wart Ihr also bereits während der Ausbildung befreundet?

Tirza: Nicht so eng, aber gut bekannt. Wir haben schon miteinander geredet. In der Schule hatten wir Kontakt, aber privat noch nicht. Das hat sich erst nach der Ausbildung entwickelt.

Der Weg zur Kooperation

Johannes: Ich habe euch ja über das Projekt DIE FOTOFÜCHSE® kennengelernt, also ganz genau dich, Kathi, bei einem Netzwerktreffen und war von der Idee der Fotofüchse ganz begeistert! Seither hat sich bei Euch ja beruflich einiges verändert. Vielleicht könnt ihr kurz erzählen, was sich von dem Projekt DIE FOTOFÜCHSE® bis heute verändert hat. Waren DIE FOTOFÜCHSE® euer erstes gemeinsames Ding?

Tirza: Nein. Da ist es sinnvoll in unserer Geschichte ein bisschen zurückzugehen. Direkt nach der Ausbildung war der Kontakt eigentlich abgebrochen. Wir haben uns erst über unsere ehemaligen Arbeitgeber wieder getroffen. Zu der Zeit habe ich für den Generaldistributor Österreichs für Hasselblad & Broncolor gearbeitet. Kathis Arbeitgeber wiederum war ein Fotograf, der so ein Ding (Hasselblad-Kamera) besaß, das technische Probleme hatte. Und da hat Kathi eben bei uns angerufen und jemanden gesucht, der sich mit der Hasselblad auskennt. (Und das war eben ich.) Da sind wir das erste Mal wieder ins Gespräch gekommen. So habe ich erfahren, dass sie in Berlin lebt und habe sie vor ein paar Jahren endlich mal dort besucht. Zu dem Zeitpunkt hatte sie gerade ihren Job gekündigt, und ich war auch gerade in der Gründungsphase meines Unternehmens: so sind wir dann ins Reden gekommen.

Und so bin ich dann – wie damals beim Diplomprojekt – zu ihr gekommen und habe gefragt “Magst Du eigentlich mal für einen Kundenauftrag retuschieren?” – weil ich mag Photoshop und die Retuschearbeit nicht so sehr. Das hat sie dann gemacht und das wurde dann so die Testphase für unsere erfolgreicher werdende Zusammenarbeit. Wir haben uns immer wieder ausgetauscht und weiterentwickelt ohne jeglichen Druck und damals noch ohne Ziel. Die (gemeinsamen) Projekte wurden größer und mehr zwischen unseren beiden Einzelunternehmen.

Unternehmensgründung

Tirza: Im Endeffekt sind die Projekte dann unter der Marke ‘TIRZA’ immer mehr geworden. Und eines schönen Tages, vor eineinhalb Jahren, hatte Kathi eine neue Idee. Da sie sehr gerne reist und dementsprechend viel Erfahrung im Reisen und fotografieren hat und wir noch dazu beide gerne unser Wissen in der Fotografie weitergeben wollen, haben wir uns gefragt: “Warum eigentlich nicht das eine mit dem Anderen verbinden?” Und so ist dann die Idee zu DIE FOTOFÜCHSE® entstanden.

Irgendwann standen wir vor dem Problem, dass wir zwei Einzelunternehmen hatten und uns dauernd gegenseitig Rechnungen stellten. Und DIE FOTOFÜCHSE® schwebten irgendwo dazwischen in der Luft. Es gibt da natürlich verschiedene Firmenkonstrukte. Wir haben uns für die OG entschieden und damit alles unter ein Dach gebracht. Unsere Einzelunternehmen haben wir stillgelegt. Jetzt arbeiten wir beide unter dem Dach TIRZA OG: TIRZA photography & visual concepts und DIE FOTOFÜCHSE® sind eine Subfirma.

TIRZA ist für unsere Businesskunden, für die wir uns um den visuellen Auftritt nach außen kümmern. Unsere Zielgruppe sind EPUs, KMUs, aber auch der eine oder andere Konzern. Dieses Jahr legen wir den Fokus auf Handwerksbetriebe, weil wir das Prozess-orientierte Fotografieren sehr spannend finden. Und mit DIE FOTOFÜCHSE® gehen wir auf Reisen um fotografieren zu lehren.

DIE FOTOFÜCHSE®

Johannes: Waren DIE FOTOFÜCHSE® also ursprünglich deine Idee, Kathi? Worum geht es dabei?

Kathi: Ja. Ich kenne viele Leute, die sich relativ schnell eine gute Spiegelreflex-Kamera kaufen und dann glauben, sie machen damit automatisch gute Fotos. Dass ich der Kamera aber auch sagen muss, wie sie gute Fotos macht, das ist irgendwie vielen unklar. Ich war oft mit Freunden und Familie (und deren Kameras) unterwegs und wurde immer wieder gefragt: „Wie stelle ich das jetzt ein?“, „Was mach ich hier, was mach ich da?“ Und da habe ich gemerkt, dass es Spaß macht, das Fotografieren zu erklären. Auch wenn ich die Bilder von Anderen sehe, denke ich mir, “Wow, die haben super Fotos gemacht”. So hat dann eines zum Anderen geführt.

Fotoreisen

Johannes: Wie kann ich mir DIE FOTOFÜCHSE® Touren vorstellen? Was passiert da? wie läuft das ab?

Kathi: Bei unseren Streifzügen steigst Du mit uns in Wien in einen Bus ein oder ein Flugzeug und gehst mit uns auf Reisen. Auf diesen Reisen zeigen wir dir, wie deine Kamera funktioniert und wie du ihr sagst, welche Fotos sie machen soll. Das heißt einerseits bist Du in einem fremden Land und machst ein bisschen Urlaub und andererseits bringst Du auch die Erinnerungen zurück, die Du gerne herzeigen möchtest. So läuft das im Grunde ab, also ganz vereinfacht gesagt

Johannes: Was war für euch bis jetzt die spannendste Reise? Von Fotos, Mitreisenden, Kultur …

Kathi: Für mich war die spannendste Reise bisher der Iran. Weil das, wovon ich dachte, dass es mich erwartet, überhaupt nicht
eingetreten ist! Ich bin so positiv überrascht worden von Allem: die Leute sind so freundlich und die Landschaft und Kultur wunderschön. Was ich schade finde, ist, dass wir in Österreich allgemein ein sehr negatives Bild vom Iran haben. Unter dem Motto: ‘Ja, da unten und dort ist alles böse’ wird vieles über einen Kamm geschert. Dem ist aber nicht so.

Ich war auch alleine unterwegs, habe Autostopp gemacht, bin mit den öffentlichen Bussen gefahren und bin gut zurückgekommen. Also ich fand die Reise durch den Iran super und kann das Land jedem empfehlen. Es hat so eine vielfältige Kultur und  schöne Moscheen, das ist der Wahnsinn!

Johannes: Also auch gute Fotomotive

Tirza: Ja. Das ist auch der Grund warum wir uns die Reiseziele im Vorhinein anschauen, allein oder manchmal gemeinsam.

Vorbereitung

Johannes: Bereist ihr die Ziele vorher?

Tirza: Ja, wir recherchieren. Was wir vermeiden wollen, ist, dass wir Reisen am Mainstream anbieten. Es wird bei der einen oder anderen Reise nicht zu umgehen sein, dass es kulturelle Ziele gibt, die grundsätzlich spannend sind, und wo deshalb auch sehr viele Touristen vor Ort sind. Dann schaut man sich das natürlich trotzdem an. Dennoch liegt der Fokus bei uns eher auf individuellen Touren, wo man abseits der Massen das Land auch von einer anderen Seite kennenlernt. Das kann man in unseren Augen nur anbieten, wenn man vorher auch dort gewesen ist und sich alles vor Ort angeschaut hat.

Fotokurse

Johannes: Macht ihr auch so Fotokurse für Smartphone-Schützen?

Tirza: Das ist in Planung… Grundsätzlich sind wir einmal dabei zu schauen, dass wir Reisen national und international aufstellen. Auch verschiedene Längen von einem Tag bis zwei Wochen. Da sind wir gerade dabei Kooperationen aufzubauen bzw. umzusetzen. Das sind die Fotoreisen. Wir wollen aber auch hier in Wien Fotokurse anbieten. Planmäßig werden die in den nächsten Wochen online gehen.

Dabei sollen einerseits Crash-Kurse für die Kameratechnik angeboten werden, bevor man auf Reisen geht – dass man als Fotografie-Neuling ein bisschen weiß, wo welche Knöpfe sind – bzw. werden wir auch unterrichten, wie man die Bildbearbeitung oder die Archivierung der Fotos macht. Da wird es Workshops mit Lightroom und
Photoshop geben.

Und dadurch, dass wir gemerkt haben, dass Privatpersonen, aber auch Unternehmen Probleme haben, pfeifende Fotos auf zum Beispiel Social-Kanälen zu verwenden, kam für uns die Idee auch Fotokurse mit – wie ich sie gerne nenne – “Guckidruckis” anzubieten. Das Konzept ist auch schon fertig und muss nur mehr online gehen.

‚TIRZA photography & visual concepts‘

Johannes: Zurück zum Projekt TIRZA, das ja das große Projekt ist. Da steht ja ein ganzes Team dahinter, auch wenn es deinen Namen hat. Wie kam es dazu?

Teamarbeit

Tirza: Mir ist Teamarbeit schon von Anfang an sehr wichtig gewesen und ja, TIRZA ist ein klingender Name. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich wo hingekommen bin und mich als Tirza vorgestellt habe, es oft hieß “Ah, du bist die Tirza”. Es war also naheliegend meinen Namen weiterhin für das Unternehmen zu verwenden. Aber nichtsdestotrotz auch wenn TIRZA jetzt zur Marke geworden ist, stehe ich trotzdem noch immer dahinter als Person. Und wie gesagt war mir Teamarbeit von Anfang an wichtig: was mir ein sehr großes Anliegen ist, dass jeder seine Stärken ausüben sollte. Wir wissen natürlich aus dem Alltag, dass das nicht immer der Fall sein kann. Ich habe von Anfang an versucht, dort, wo ich selbst angeeckt bin, zu schauen, wie und wo es dafür Lösungen gibt. Wie man sich da im Team gegenseitig stützen kann und dann gegenseitig auch davon profitiert – kundenseitig wie auch intern.

Johannes: Habt Ihr Angestellte? Ist das ein Pool von Freelancer? Wen beauftrage ich?

Kathi: Das Gute ist: Für den Kunden gibt es nur einen Ansprechpartner. Das heißt, für ihn wird es vereinfacht. Er muss sich nicht den Fotografen und den Grafiker und den Programmierer suchen, sondern er bekommt von uns ein Gesamtpaket.

Organisation und Netzwerk

Tirza: Also grundsätzlich ist unser Schwerpunkt die Fotografie. Und das soll es auch bleiben. Wir haben aber auch die Stärke zu Netzwerken und die Bedürfnisse unserer
Kunden zu erkennen. Es ist dann oft so, dass unsere Kunden nicht nur Fotos brauchen, sondern auch einen grafischen Auftritt, eine neue Website, neue Visitenkarten, einen Text oder einen Image-Film… und da haben wir die Möglichkeit zu sagen, “wenn du da was brauchst, melde dich bei uns, weil wir können das auch”.

Wir können auch die Organisation dafür übernehmen und haben dafür die Leute an der Hand. Es ist im Grunde genommen ein Netzwerk
aus eigenständigen Unternehmen. Das heißt, wir haben keine Angestellten für die kreative Arbeit. Das wollen wir auch nicht. Wir werden zwar bald eine fixe Angestellte haben – als Assistenz – aber sonst wollen wir je nach Projekt das Bestmögliche, also die optimale Lösung, liefern. Das ist mit Angestellten meiner Meinung nach schwerer zu realisieren. Wir haben verschiedene Grafiker, Filmer oder Texter im Team- für jedes Projekt eben die richtigen Leute für eine optimale Lösung für den Kunden.

Johannes: Man bekommt bei Euch also das ganze Paket: Fotografie, Grafik, Website… Gibt es auch was, was Ihr nicht macht?

Tirza: Für Hochzeiten, Babybäuche, Schulfotos sind wir nicht die Richtigen. Wir haben auch Kunden die einmal etwas von uns privat brauchen… die machen wir dann wenn es uns Spaß macht und vor allem die Chemie stimmt. Aber die sind nicht unsere Haupt-Zielgruppe.

Fotografie

Johannes: Wenn ich auf die TIRZA Website schaue, sehe ich einen Korb mit saftigen Äpfeln, wo ich reinbeißen will, einen nachdenklichen Mann mit Charaktergesicht in der U-Bahn. Ein zorniges Kind mit Stehkragen. Eine Bäuerin im Sonnenblumenfeld und einen Mann am Feld beim Spargelstechen. Das sind Eindrücke (auf Fotos). Das ist einfach der Wahnsinn. Ich fühl mich wie mittendrin. Wie macht ihr das?

Tirza: Danke erst einmal für dieses Kompliment, das freut uns natürlich sehr. Genau das wollen wir erreichen. Das ist nur möglich mit einer sehr guten Vorbereitung gemeinsam mit dem Kunden. Das geht bei den meisten unserer Projekte nicht aus dem Stand. Wir sind natürlich aus technischer Sicht soweit, pfeifende Fotos auch aus dem Stand zu machen und es gibt auch den einen oder anderen spontanen Job, den wir gerne übernehmen.

Das perfekte Image

Tirza: Wenn es aber ums Image einer Firma geht, gibt es Erstgespräche, Konzeptionierung, Ideenentwicklung. Das passiert alles im Vorfeld. Wir organisieren dann auch die Location, und legen fest wann und mit wem das stattfindet. Wann das notwendig ist und um welche Uhrzeit es am besten ist. Also gerade bei diesen Agrar-Feld-Situationen müssen wir entscheiden, ob das in der Früh oder am Abend stattfindet. Wie fotografiert wird um die gewünschte Bildstimmung zu erzeugen.

Ein Bild lebt nicht nur einfach vom auf-den-Auslöser-drücken, sondern von Bildkomposition, Bildgestaltung Bildidee usw. Da ist natürlich auch die Berufserfahrung unabdingbar. Wir haben die letzten zehn Jahre sehr viel fotografiert und sind da hineingewachsen.

Natürlich schauen wir auch sehr viel. Wir gehen wie ein saugender Schwamm durch die Gegend und schauen natürlich auch, was die Anderen machen. Es gibt extrem geile Bilder am Markt und die analysieren wir dann auch und schauen, wie diese umgesetzt worden sind: welche Blickpunkte, also welche Perspektiven gemacht worden sind, welche Lichtstimmung, ob geblitzt oder mit natürlichem Licht fotografiert worden ist. Das speichern wir dann und setzen das, wenn es uns gefällt, dann auch einmal so um. Wichtig für uns ist, nicht stehen zu bleiben, sondern zu experimentieren, zu spielen und uns weiterzuentwickeln.

Gelungene Kooperation

Johannes: Habt Ihr dabei eine fixe Arbeitsaufteilung?

Arbeitsaufteilung

Kathi: Wir fotografieren beide. Mein Spezialgebiet ist die digitale Technik. Also mit dem Computer und mit Photoshop sprechen, Datensicherung und Archivierung. Damit das Radl im Hintergrund läuft. Tirzas Spezialgebiet ist die Akquise, Projektorganisation und Kundenbetreuung.

Johannes: Also ein Verkaufsgenie!

Tirza: Ich tu mir oft schwer, dieses Lob einzustreifen, aber ja, die Kommunikation mit den Kunden ist meine Stärke. Das ist meine Neugier am Menschen. Vielleicht kommt das auch von meinem ersten Beruf als Krankenschwester, wo ich sehr viel helfend unterwegs gewesen bin: “Was brauchst, ich unterstütze dich!”

Ich erkenne die Bedürfnisse auch relativ schnell und liebe die Kommunikation, also den Austausch mit den Kunden. Und es ist mir oft auch nicht vorrangig, den Kunden gleich einmal einen Job aufs Aug zu drücken. Für uns ist es auch sehr wichtig, dass die Wellenlänge stimmt – also zwischen uns und dem Kunden. Wenn die Chemie mal nicht stimmte, dann haben wir auch den einen oder anderen Job schon abgelehnt.

Johannes: Es wirkt so, als hättet Ihr einen guten Weg der Kooperation gefunden. Was ist Euer Geheimnis?

Vertrauen

Tirza: Ich merke auch bei unseren Kollegen und  Kolleginnen, dass unsere Kooperation sehr gut ankommt. Und immer wieder taucht die Frage auf: “wie schafft ihr das?”, “Wie macht ihr das auch vom Vertrauen her?” – wir sind ja als Fotografinnen eigentlich Konkurrentinnen. Und ich habe das Gefühl, dass sehr viele Außenstehende wahrnehmen, dass das (unsere Unternehmen) wie ein Schwammerl entstanden und hochgeschossen ist. Da möchte ich von meiner Seite sagen: “Das muss wachsen!”. Das hat jetzt drei Jahre gebraucht und war sehr viel Trial and Error. Da gab es sehr viele Situationen, wo wir auch gesessen sind und diskutiert haben, bis diese Kooperation jetzt so ist, und auch so sein darf.

Johannes: Was habt Ihr gemacht, um das zu erreichen?

Kommunikation

Tirza: Das was ganz wichtig ist für uns, ist offen und ehrlich zu kommunizieren. Und wenn der Bauch einem sagt, da läuft irgendwas schief, sich auch zu trauen, das anzusprechen. Das gab es für uns eine sehr lehrreiche Situation kurz nachdem DIE FOTOFÜCHSE® entstanden sind: Da hat es uns vom Zeit-Management her ziemlich gezaubert, weil wir zu diesem Zeitpunkt einfach noch kein fixes Gespann gewesen sind. Mein damaliges Einzelunternehmen hat darunter gelitten, weil der Fokus auf DIE FOTOFÜCHSE® lag. Ich hatte da kein gutes Gefühl und habe es dann eben angesprochen.

Es hat sich herausgestellt, dass die Kathi auch kein gutes Gefühl dabei hatte. Es war also Potential für Veränderung vorhanden! Nur dadurch konnten wir uns annähern und herausfinden wie die Andere tickt. Das braucht eben Zeit. Ich habe mir eben von Anfang an ein Team gewünscht und dass es eine Geschäftspartnerin für mich gibt, wo man einfach geballte Energien hat: Mehr Personen schaffen einfach mehr… Ich hab immer wieder meine Fühler ausgestreckt und sehr viel mit Kolleginnen und Kollegen Austausch gehabt, und mit Vielen hat es auch nicht funktioniert – mit der Kathi hat es funktioniert.

Kathi: Dem kann ich nur zustimmen. Offen kommunizieren ist eben ganz wichtig und dass man dem Anderen einen gewissen Spielraum einräumt, wie sich der auch Artikulieren kann. Was ich oft merke: Ich sage einen Satz. Den sage ich vielleicht zu laut oder zu schnell, und anstatt auf den Inhalt zu hören versteht der Andere nur “Oh Gott, die ist gestresst”. Es braucht ein Weilchen um sich aneinander zu gewöhnen. Bis man irgendwann nicht mehr hört, dass man laut ist, und im Endeffekt trotzdem der Inhalt das Wichtige ist. Dass, wenn ein Satz einmal falsch verstanden wurde, man diesen vielleicht auch umformulieren kann, bis er beim Anderen auch so ankommt, wie er gemeint war.

Zukünftige Projekte

Johannes: Habt ihr noch zukünftige Projekte, über die Ihr schon sprechen könnt?

Tirza: Es gibt welche. Uns wird nicht langweilig. Wir werden heuer eben DIE FOTOFÜCHSE® pushen und das Schiff auf See bringen. Es gibt im Hintergrund auch schon andere Projekte, die darauf warten umgesetzt zu werden oder zu beginnen. Da halten wir uns aber noch bedeckt. Es bleibt also spannend und es hat auch weiterhin mit Fotografie zu tun.

Kathi: Es schafft so ein bisschen die Brücke zwischen DIE FOTOFÜCHSE® und TIRZA.

Tirza: Aber es ist noch zu früh um es preiszugeben, da es eben noch nicht gestartet ist.

Johannes: Vielen Dank für das Interview

Mehr über die Tirza und Kathi erfährt Ihr unter TIRZA photography & visual concepts und DIE FOTOFÜCHSE®.

Photos: Marisa Vranjes, Logos: Zur Verfügung gestellt von DIE FOTOFÜCHSE® und TIRZA

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