Anwendungsbereiche der innerbetrieblichen Mediation

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Peter Kubesch

Peter Kubesch

Wirtschaftsmediator bei geschlichtet!
Mag. Peter Kubesch, CMC ist Wirtschaftsmediator. Er spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Peter Kubesch

Die (neue) Führungskraft

Die Erwartungen an eine neue Führungskraft sind enorm. Doch was, wenn das Team die neue Führungskraft nicht akzeptiert? Eine Neubesetzung ist teuer (und ein Gesichtsverlust obendrein). Ein Aussitzen des Konfliktes – was in der Praxis der Regelfall ist – reduziert die Motivation und Produktivität. Nicht der Kunde, nicht die Arbeit, sondern die Führungskraft steht im Fokus. Wir können helfen.

Zwischen Bereichen und Abteilungen

Je größer die Unternehmen, umso stärker bildet sich ein ‚Wir’-Gefühl in Abteilungen und/oder Bereichen ein und richtet sich gegen andere Abteilungen / Bereiche. Die Unternehmen sind so groß, dass man von „Firmen in einer Firma“ sprechen kann. Und die agieren dann tatsächlich wie konkurrenzierende Unternehmen am Markt. Ein innerbetrieblicher Wettbewerb ist durchaus begrüßenswert. Zum Hemmschuh wird er, wenn die innerbetriebliche Wertschöpfungskette blockiert wird oder das Management sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen erschöpft.

In Gruppen und Projektteams

Die Konflikte in Gruppen und Projektteams sind zumeist anders gelagert. Sie spielen sich viel stärker auf der persönlichen Ebene ab. Teams vertragen erfahrungsgemäß sehr wohl andere Meinungen, ohne dadurch in einen Konflikt zu geraten. Es kommt eher darauf an, wer die abweichende Meinung vorbringt (und wie er das tut). Gerade hier kann Mediation sehr schnell ganz ausgezeichnete Ergebnisse erzielen.

Zwischen den Funktionen (zB Vertrieb und Technik)

Dass unterschiedliche Funktionen im Unternehmen sich regelmäßig in den Haaren liegen, liegt in der Natur der Sache. Verstärkend wirken die Ziel-Systeme (Umsatz und Marge im Vertrieb versus Kostensenkung in der Technik) auf den Konflikt. Keine Mediation der Welt wird diesen Konflikt ausräumen können. Aber: Mediation kann weite Teile des Konflikts in positive Energie umwandeln. Denn Mediation schafft Verständnis und neue Perspektiven. Die Parteien lernen, Situationen durch die Brille des Anderen zu sehen.

Re-Strukturierung des Unternehmens

Unternehmen müssen von Zeit zu Zeit restrukturiert werden. Für den Großteil der Mitarbeiter und des Managements bedeutet dies neue Aufgaben, neue Teams, neue Berichtslinien, Umschichtungen von Budgets aber auch Aufgabe von liebgewonnenen Tätigkeiten.

Neue Geschäftsfelder

Wenn Unternehmen in neue Geschäftsfelder investieren, dann bedeutet dies auch eine Umschichtung von Budgets, von Aufmerksamkeit und Karriere-Möglichkeiten. Das erzeugt bei der Stamm-Mannschaft häufig Unsicherheit. Diese Unsicherheit führt wiederum zu Konflikten und innerbetrieblichen Spannungen. Mediation kann hier Ängste nehmen, indem gute Vereinbarungen erzielt werden. Oft sind dies zB Synergien, die gehoben werden, Innovationen oder andere Vereinbarungen, die beiden Seiten nützen.

Die Holding und ihre Töchter

Das Ansehen einer Holding bei den Tochtergesellschaften hält sich meist in Grenzen. Holdings geben (zumeist einmalig) Kapital, um dann über Jahre – in unterschiedlichem Ausmaß – Strategien vorzugeben, Management zu bestellen, Geschäfts-Modelle zu entwerfen, Budgets und Kosten zu kontrollieren und bis hin ins Tagesgeschäft operativ einzugreifen. Während die Kapital-Spritze bald in Vergessenheit gerät und die Kraft einer Marke im Alltag kaum ins Bewusstsein kommt, werden die ‚operativen’ Maßnahmen einer Holding häufig als störend empfunden, die man lokal zu verhindern trachtet. In der Tochtergesellschaft fühlt man sich nicht verstanden, ist dem bürokratischen Mehraufwand seitens der Holding leid und sieht in vielen zentralen Initiativen keinen Mehrwert. Viel politisch’ Spiel, leere Kilometer und unproduktive Meetings. Mediation kann helfen, nachhaltige Vereinbarungen zwischen einer Holding und den Töchtern zu treffen.

Zielerreichung & Provision

Die variable Vergütung ist ein immer bedeutenderer Faktor in Entlohnungssystemen. Dabei ist es nicht immer einfach, den Erfolg eines Projektes der tatsächlich erbrachten Leistung zuzuordnen. Einem gelingt ein lucky punch, der andere macht einen ausgezeichneten Job und hat einfach nur Pech. Ein Dritter ‚schwimmt überhaupt nur im Projekt mit’; ohne dort weiter aufzufallen. Dazu kommen noch Zu- und Abschläge, die für die Beteiligten weder vorhersehbar, noch beeinflussbar sind. Das birgt Konfliktpotential, denn es geht oft um viel Geld und Ansehen. Dem Management sind die Ungereimtheiten beim variable pay durchaus bewusst. Auch in diesen Fällen kann Mediation nützliche Dienste erweisen. Schon im Vorfeld, unter Einbindung der Betroffenen, können ganz innovative Modelle entworfen werden (kostenneutral fürs Unternehmen!). Aber auch im Nachhinein, wenn sich durch glückliche / unglückliche Umstände Konflikte rund bezüglich der Zielerreichung (und vor allem der Auszahlung) entzünden.

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