Schenkungen bei Erbschaften

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Schenkungen bei Erbschaften

Der Artikel behandelt das Thema der Schenkungen bei Erbschaften. Der Themenkomplex ist umfangreich. Nachdem Erbschaftsstreitigkeiten (und Erbschaftsmediationen) häufig im Zusammenhang mit Schenkungen stehen, sollen einige Aspekte holzschnittartig dargestellt werden. Und auch die Problematiken, die sich aus den Ausnahmen – z.B. einer „Schenkung aus sittlicher Pflicht“ – ergeben können.

 

Wie so oft, müssen einige Szenarien bei Schenkungen bei Erbschaften unterschieden werden; man muss differenzieren. Schenkungen können zu Lebzeiten oder auf den Todesfall erfolgen. Schenkungen können an Pflichtteilsberechtigte (Kinder, Ehegatte, eingetragener Partner) oder an Dritte (heimliche Liebschaft, Nachbar oder das Tierheim) erfolgen. Über Schenkungen könnte auch testamentarisch etwas verfügt sein. Schenkungen können das Stammvermögen schmälern oder nicht. Schenkungen können in Anbetracht einer außerordentlichen Hilfeleistung erfolgen usw.

Dies ist nur ein kleiner Auszug von berücksichtigungswürdigen Punkten bei Schenkungen bei Erbschaften. In vielen dieser Fälle tritt der Wille des Gesetzgebers an Stelle jenes des Geschenkgebers. Und nachdem der Gesetzgeber an allen Ecken und Enden vermeintlich Gutes bewirken möchte, hat er am Ende seine liebe Not mit der Umsetzung. Ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und dabei Verwirrung schafft.

Und gleich vorweg: Besserung ist nicht in Sicht. Wo käme man den hin, wenn jeder sein Eigentum vererben und verschenken könnte, wie er will?

Schenkungen zu Lebzeiten

Eine Schenkung zu Lebzeiten ist auf den ersten Blick das Einfachste. Eine Schenkung ist eine unentgeltliche Zuwendung. Bei den Hinzu- und Anrechnungen (wird gleich unten erläutert), führt das Gesetz an, dass

  • die Ausstatt