Peter Kubesch hat Schüler und Lehrer zu Peer-Mediatoren in der Herz-Jesu Schule ausgebildet

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Peer-Mediation
Peter Kubesch

Peter Kubesch

Wirtschaftsmediator bei geschlichtet!
Mag. Peter Kubesch, CMC ist Wirtschaftsmediator. Er spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Peter Kubesch

Das Thema Peer-Mediation in Schulen ist aktuell und ausgesprochen relevant. Wird doch in der Öffentlichkeit mehr und mehr beklagt, dass das gekonnte Umgehen mit Konflikten bei vielen Menschen kaum mehr vorhanden ist. Dies gilt genauso für den Schulbereich. Daher bilden immer mehr Schulen ausgewählte Schülerinnen und Schüler zu Peer-Mediatoren aus.

Der Erfahrungsbericht von Peter Kubesch schildert, wie die Peer-Mediatoren-Ausbildung in einer Salzburger Schule geplant und umgesetzt wurde. Und gibt Einblick in die Erfahrungen der Schüler – und sogar zweier Professorinnen.

Die Peer-Education (Peer = Gleichaltriger) setzt daran an, dass Jugendliche stark von Gleichaltrigen beeinflusst werden. In der Peer-Mediation wird der Einfluss von Jugendlichen auf Jugendliche und von Kindern auf Kinder positiv gesehen.

Mediation selbst ist ein gewaltloses Streit-Schlichtungsverfahren. Die Konfliktparteien handeln dabei eigenverantwortlich, werden aber von einem Mediator / einer Mediatorin unterstützt.

Die Schule

Die Peer-Mediatoren im Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare übernehmen idealtypisch für die Schülerinnen und Schüler aller Klassen die Funktion von Peer-Mediatoren. Das bedeutet, sie wollen und sollen Vertrauenspersonen für alle Schüler und Schülerinnen sein.

Die Ausbildung zu Peer-Mediatorenausbildung wurde im Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg durchgeführt und stellte einen Startschuss für weitere Mediatoren-Ausbildungen dar. Der Träger der Schule ist der Orden der Herz-Jesu-Missionare. Das Gymnasium mit ca. 750 Schülerinnen und Schülern ist seit 3 Jahren eine gemischte Buben-Mädchen-Schule. Davor war es eine reine Bubenschule. Dies war auch die Ursache, dass als Peer-Mediatoren nur Buben ausgebildet wurden, denn nur Schüler ab der 6. Klasse können am Peer-Mediatorenausbildungsprogramm teilnehmen.

Der Aufbau der Peer-Mediatoren-Ausbildung

Vier Wochen vor dem Start der eigentlichen Ausbildung trafen sich die Kandidaten und der Ausbildner, Peter Kubesch, zu einem ersten Kennenlernen. Bei diesem Treffen wurde auch abgefragt wie die Teilnehmer selbst Konflikte erlebt haben und wie sie selbst Konflikte sehen und erfahren.

Die Schulung der Ausbildungs-Teilnehmer wurde in 3 Ein-Tages-Workshop (Freitag 14.30 Uhr bis Samstag 14.00 Uhr) mit 33,5 Lehrstunden umgesetzt. Teilnehmer waren 3 Schüler der 6. Klasse, 2 Schüler der 8. Klasse und 2 Professorinnen. Die Auswahl der Schüler erfolgte schulintern, jeder dieser Schüler musste im vorhergehenden „Mentoren-Projekt“ durch die ihm zugeteilten Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet bewertet werden sowie ein Motivationsschreiben verfassen, in dem erklärt wird, warum der jeweilige Schüler am Mentorenprogramm teilnehmen will.

Die Erwartungen der Schulleitung an die neuen Mediatoren gestalten sich derart, dass bei Konfliktfällen Schüler-Schüler oder Klasse-Klasse die Peer-Mediatoren den Schülern und Schülerinnen unterstützend helfen und zur Konfliktlösung beitragen.

Diese unverbindliche „Ausbildung zum Peer-Mediator“ soll das gute Schulklima nachhaltig fördern und für die einzelnen Schülerinnen und Schüler die Sozialkompetenz verbessern.

Inhalte des Workshops „Ausbildung zum Peer-Mediator“

Inhalt dieser 3 Workshop-Tage bildeten theoretische und praktische Teile um die Kompetenz als Peer-Mediator zu erreichen. Die Themen im Überblick:

  • Warum Peer-Mediation im PG der Herz Jesu Missionare
  • Einführung in die Mediation
  • Sensibilisierung zum Thema Konflikt mit der Definition „Konflikt“ (Eisbergmodell, Konfliktstruktur, Eskalationsstufen, eigenes Verhalten in Konflikten etc.)
  • Kommunikation und Kommunikationstypen in der Mediation
  • Feedback geben und annehmen
  • Teambildung und Gruppenentwicklung im Klassenraum
  • Umgang mit Heterogenität.

Im Detail wurde der Ablauf einer Mediation erarbeitet (Fünf Phasen der Mediation, Setting, Techniken, „Dos & Donts“, Harvard Konzept). Ebenso wurde die eigene Rolle des Peer-Mediators in der Mediation beleuchtet sowie auf die Grenzen des Peer-Mediators (Notenkonflikte, Konflikt Lehrer-Schüler, Konflikt Lehrer-Lehrer, Konflikt in der eigenen Klasse, Konflikte die strafrechtlich geahndet werden, psychisch bedingte Konflikte) eingegangen.

Ein spannender und wichtiger Teil stellte die Erarbeitung eines „Marketing-Plans“ für das neue Mediatoren-Programm in der Schule dar. Wie erfahren die Schülerinnen und Schüler von diesem Programm, wie wird es beworben, wo finden die Mediationen statt, wie wird das Programm heißen?

Die zeitlich umfangreichsten Einheiten bildeten 4 Rollenspiele, die jeweils alle 5 Phasen der Mediation durchlaufen haben. In diesen Rollenspielen waren die 6 Schüler und 2 Professorinnen mit vollem Elan und größtem Interesse dabei, stellten viele Fragen und gaben auch den anderen Teilnehmern wertvolles Feedback. Vor jedem Rollenspiel gab es eine kurze Wiederholung der wesentlichsten Punkte im Mediationsprozess.

Grundsätzliche Annahmen über die Teilnehmer

Zertifizierung der Peer-MediatorenDie Jugendlichen im Gymnasium der Herz Jesu Missionare sind Experten ihres Alltags. Sie kennen ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Interessen. Sie sind selbstständig genug um den Umgang mit Schulkolleginnen und Schulkollegen optimal zu gestalten.

Die Peer-Mediation soll eine optimierte Verhandlungskultur und Konfliktkultur in dieser Schule etablieren. Idealer Weise wird die Peer-Mediation als Vorbeugung von Konflikten verwendet und weniger um Konflikte zu beheben. Daher werden die Schüler zu Peer-Mediatoren in der Vorbeugung von Konflikten ausgebildet. Die Peer-Mediatoren erwerben während ihrer Ausbildung die fachliche und soziale Grundkompetenz, um bei Konflikten zwischen Schülern als Vermittler aufzutreten.

Der Rückhalt in der Lehrerschaft wurde vom Direktor der Schule vorab sichergestellt. Der Mediationsgedanke soll sich als Instrument der Konfliktbewältigung in der Schule etablieren. Daher ist es besonders wichtig, dass die Lehrerschaft das Konzept der Mediation versteht und lebt.

Zertifizierung der Schüler und Professoren

Ein Abschluss muss auch gewürdigt werden. Nach der erfolgreichen Absolvierung der Peer-Mediatorenausbildung erhielten die neuen Peer-Mediatoren ein Zertifikat über die Teilnahme.

Das Zertifikat wurde im feierlichen Rahmen des „Chevalier-Abend“ im Theatersaal der Schule vom Direktor des Gymnasiums und von Peter Kubesch übergeben wurde.

Wir gratulieren den Teilnehmern herzlich. Für Fragen an eine Peer-Mediatioren Ausbildung wenden Sie sich direkt an Herr Mag. Peter Kubesch, CMC.

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