Konfliktpotenzial externe Ausbildung in der Fahrschule

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Jörg Neuwirth

Jörg Neuwirth

Mediator & Partner bei geschlichtet!
Mediator in Tirol. Schwerpunkte Familien-, Nachbarschafts- und Schulmediation.
Jörg Neuwirth

Konfliktpotenzial externe Ausbildung in der Fahrschule

„Du bist schon wieder zu weit rechts!“ , so tönt es oft von der Beifahrerseite, wenn sich Eltern, oder nahestehende Personen, in die Führerscheinausbildung einbringen. Die externe Ausbildung im Fahrschulwesen birgt eine Menge an Unstimmigkeiten, die meist durch unausgereifte Kommunikation entstehen. In vielen Fällen eskalieren solche Konflikte bereits bei Kleinigkeiten. Der Gesetzgeber verpflichtet die Begleiter zwar zu einer so genannten theoretischen Einweisung, die 50 Minuten dauert, die aber nur wenig Auskunft darüber gibt, wie man eine Ausbildungsfahrt sinnvoll gestalten kann. Es werden hauptsächlich organisatorische, sowie bereits bekannte Themen angesprochen, ohne die man sein Kind wahrscheinlich gar nicht erst zu so einer Ausbildung angemeldet hätte, wenn man das nicht bereits im Vorfeld gewußt hätte. Das verpflichtende Mitfahren in einer Fahrstunden, um zu sehen, wie die Fahrlehrer unterrichten, reicht meist auch nicht aus, um zu sehen, wie man gewisse Situationen richtig meistert.

Begleiter sollen also in knapp 150 Minuten erlernen, was sich ein Fahrlehrer in einer langen und umfangreichen Ausbildung angeeignet hat.

 

Wie geht es dann weiter

Oft passiert es dann, daß es in den privaten Ausbildungsfahrten zu Unstimmigkeiten kommt. Kleinigkeiten führen zu Wiederworten vom Auszubildenden, der wiederum äußert seinen Unmut darüber, und der Begleiter fühlt sich gleich persönlich kritisiert.
Kommunikation ist der Schlüssel zu einer optimierten externen Ausbildung.

Begleiter müssen die Kommunikation untereinander während der Ausbildungsfahrten verbessern . Unstimmigkeiten dürfen kein Thema während der Trainingsfahrt sein. Das Motto sollte immer „kapieren, statt akzeptieren“sein, nur dafür benötigt man das richtige Werkzeug, schließlich will man ja seinem Schützling das Beste mitgeben, das man kann. Mit einfachen Mitteln, wie die Kommunikation in den Übungsfahrten zu professionalisieren, kann das erreicht werden.

 

Was kann ich ändern

Aus Kritik wird Feedback, aus der Eltern-Kind Ebene entsteht eine Lehrer-Schüler Beziehung. Ein wichtiges Thema ist das richtige Zuhören, bzw. das nachfragen, man muss verstehen was gemeint ist. Eine gute Ausbildung, fern ab der Fahrschule, funktioniert nur, wenn alle Beteiligten am selben Strang ziehen, und sich nicht nach einiger Zeit anschweigen. Miteinander reden, statt sich nicht mehr verstehen, ist auch ein Motto, das ich immer wieder in den Vordergrund stelle. Interventionstechniken, die dem Schüler ermöglichen, Fehler selbst zu erkennen, sowie Möglichkeiten für die Begleiter, ihre Schützlinge etwas ein zu bremsen, zählen genau so zu Themen, die besprochen werden müssen. Frage und Antwort zu allen Themen, die Begleiter sowie Auszubildenden beschäftigen, müssen aus professioneller Sicht geboten werden .

 

Fotos: Dean Drobot / Shutterstock; ScandinavianStock / Shutterstock; rawpixel.com / Shutterstock

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