Interview mit Mag. Peter Kubesch, CMC

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Peter Kubesch

Peter Kubesch

Wirtschaftsmediator bei geschlichtet!
Mag. Peter Kubesch, CMC ist Wirtschaftsmediator. Er spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Peter Kubesch

Nach 20 Jahren Konzerntätigkeit, vorwiegend im Vertrieb und Marketing, wie kommt es dazu, dass Du nun Mediator bist?

In diesen 20 Jahren in verschiedenen Konzernen mit sehr vielen verschiedenen Vorgesetzten und Kollegen habe ich tiefgehend gelernt wie Menschen in Stresssituationen miteinander umgehen. Die Branche, in der ich sehr lange tätig war, ist eine Branche, die dauernd unter Stress steht. Enormer Wettbewerb, riesiges Überangebot, starker Druck die vielen Ziele zu erreichen. Da besteht also ein idealer Nährboden für Konflikte. Und Konflikte gab es genug. Meistens blieben sie ungelöst.

Auf Grund dieser Erfahrungen hast Du beschlossen, Mediator zu werden

Ja, das trifft es auf den Punkt. Denn zu oft habe ich gesehen, wie Konflikte eskalieren, aber nicht gelöst werden. Vielmals war die Führungsmentalität:“ Ich Chef, Du nix. Wenn Du ein Problem hast, dann geht eben woanders arbeiten“. Der Effekt war, dass die Leute sich mehr und mehr zurückgezogen haben um ja keinen neuen Konflikt zu erzeugen. Effekt: Passivität, kein Gefühl der Firmenzugehörigkeit, innere Kündigung. Und das kann doch nie und nimmer im Interesse eines Unternehmens sein, dass sich Mitarbeiter zurückziehen, anstatt sich einzubringen. Mediation ist sicherlich ein ganz wesentliches Instrument um in Unternehmen das Thema Konflikte, Heterogenität, Führungsverhalten zu optimieren.

Aber das klingt etwas missionarisch, oder?

Na ja, oder vielleicht optimistisch. Ich denke schon, dass es viele Unternehmen gibt, die mehr und mehr erkennen, dass die „old school“-Führung vorbei ist. Mitarbeiter wollen aktiv mitgestalten. Führungskräfte wollen ihre Mitarbeiter als Teil des Teams sehen, in dem Zusammengearbeitet wird. Nicht umsonst gibt es schon einige verschiedene Auszeichnungen für Firmen, die für ein konstruktives Arbeitsklima belohnt werden, wie z.B. „Great place to work“. Wirtschaftsmediation sehe ich als Teil eines Prozesses, der klarer Weise mithilft, Konflikte zu lösen, der aber dem Team auch signalisiert: Wir, der Arbeitgeber, investiere nicht nur in Schulungen, tolle Büros, Teambuilding, sondern auch in Prozesse wenn es mal „heiß“ hergeht.

Wie steht es in Österreichs Unternehmen mit dem Thema Wirtschaftsmediation?

Ich denke, Wirtschaftsmediation kommt in Österreich erst an. Es überrascht mich immer wieder, dass das Thema Wirtschafsmediation bei konkreten Gesprächen mit Führungskräften noch relativ unbekannt ist. Ein grobes Gefühl darüber ist schon da, aber wie diese konkret ablaufen kann, ist eher unbekannt. Das ist ja schön, denn dann gibt es noch sehr viele Möglichkeiten für sehr viele Aufträge (lacht). Im Ernst: Wirtschaftsmediation ist ein ganz tolles Verfahren, und dieses Verfahren kennen noch viel zu wenig Unternehmen im Detail, egal ob sie kleine Unternehmen oder große Konzerne sind.

Vielen Dank für das Interview!

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