Interview mit Krasimira Ruseva

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Warum verlässt man so ein schönes Land wie Bulgarien? Hast du es je bereut?

Wegen meiner Kinder: ich wollte, dass sie in einem multikulturellen Umfeld aufwachsen. Es ist eine sehr überlegte Entscheidung gewesen, wir wussten, was uns erwartet und es war mehr oder weniger klar, dass es nicht leicht sein wird, da alles von null weg starten würde. Auf der anderen Seite war dieser Schritt ein riesiger Motivationsschub zur Weiterentwicklung in jeder Hinsicht und für alle Familienmitglieder (Kinder und Ehemann). Neue Kultur, neue Umgebung (Berge statt Meer), neue Sprache, neue Menschen. Niemand von uns bereut es – ganz im Gegenteil!

Was waren die größten Überraschungen für dich in Österreich? Woran erkennt man die kulturellen Unterschiede zwischen Bulgaren und Österreichern?

Dass die Österreicher viel freundlicher Ausländern gegenüber sind, als ich es zuvor erwartet habe. Die Kinder sind herzlich in der Schule aufgenommen, sie haben sich dort wohl gefühlt und das spielt eine sehr grosse Rolle – wäre es anders, wäre eine Bleibe in Österreich nicht möglich gewesen.

Natürlich gibt es Unterschiede in der Mentalität und den Angewohnheiten. Diese sind aber aufgrund geschichtlicher Entwicklungen nicht generell auf die beiden Nationen übertragbar, die Menschen sind überall ausgeprägte Individuen und können nicht verallgemeinert werden.

Wachsen deine Kinder zweisprachig auf?

Ja, dieser Gedanke steckte hinter der Entscheidung, nach Österreich umzuziehen. Sie können Bulgarisch, Deutsch und Englisch auf muttersprachlichem Niveau.

Was hat dich bewogen, neben deinem Job noch Jus zu studieren?

Rechtswissenschaft war immer ein Traum von mir, in meiner Jugendzeit habe ich Wirtschaft studiert und dann gleich meine Karriere gestartet. Hier hat sich das angeboten – Rechtswissenschaften an der JKU Linz können multimedial studiert werden und das eignet sich perfekt für Berufstätige. Ohne starke Motivation ist es natürlich schwierig, ich gehe aber meine Träume nach, diese werden Ziele, die ich verfolge und erreiche.

Wie würden dich andere beschreiben, wie würde dein Mann dich beschreiben?

Die Meinung der anderen Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, ist: Kämpferin, entschlossen, offen, ausgeglichen, ehrgeizig.

Mein Mann hat mich vor ein paar Tagen „Licht seines Lebens“ genannt – das sagt nach 24 Jahre gemeinsamen Familienlebens viel aus 😉

Warum geschlichtet? Wie gefällt es dir hier so?

Die Mediation beschäftigt mich seit ca 3 Jahren, als ich meinen ersten Schlichtungsfall als Mediantin erlebt habe. geschlichtet! bietet „Mediation aus einer Hand“ – wo Leistungen von mehreren Mediatoren mit verschiedenen Schwerpunkten, aus verschiedenen Regionen Österreichs ausübt werden. Nur bei geschlichtet! hat man die Möglichkeit, mit Kollegen unmittelbar und unkompliziert zusammenzuarbeiten.

Welche Erfahrung hast du in der Konfliktlösung / Mediation?

Wir sind alle Menschen mit verschiedenen Charakteren, Interessen, Stimmungen, die in einer Gesellschaft zusammenleben (müssen) und sich nicht aus dem Weg gehen können. Wir lernen und arbeiten mit anderen Menschen, wir sind von Menschen umgeben, mit denen wir täglich agieren müssen. Dabei können überall Konflikte entstehen. Um weiterzukommen, muss eine Lösung gefunden werden. Das menschliche Verhalten und Denken hat mich immer fasziniert und in meinem mehr als 25-jährigen alltäglichen Berufsleben beschäftigt. Als Führungskraft habe ich viele Situationen steuern müssen, bei denen ich wertvolle Konfliktlösungskompetenzen entwickelt habe.

Was möchtest du für deine Kunden erreichen?

Schnelle Hilfe, Verständnis, Wahrnehmung auf menschlicher Ebene durch intelligente Begleitung des Konflikts, massgeschneiderte Unterstützung.

Wir danken für das Gespräch!

 

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