Ehegatten-Unterhalt bei einvernehmlicher Scheidung

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Unterhalt bei einvernehmlicher Scheidung

Der Ehegatten-Unterhalt im Zuge einer einvernehmlichen Scheidung ist jener Geldbetrag, den ein Ehegatte dem anderen nach der Scheidung bezahlt. Unterhaltsstreitigkeiten der Promis füllen zwar regelmäßig die Schlagzeilen, doch im überwiegenden Teil der Fälle finden die Ehegatten sehr pragmatische, solide Lösungen. Der Ehegatten-Unterhalt wird bei einer einvernehmlichen Scheidung nach §55a EheG frei vereinbart. Es gibt keine gesetzliche Grundlage und keinen Anspruch.

Zweck des Ehegatten-Unterhalts

Eine Unterhalts-Verpflichtung bzw eine Verpflichtung zur Deckung der Bedürfnisse (§94 ABGB) besteht schon während aufrechter Ehe. Nur ist diese Verpflichtung den Ehepartnern nicht immer in aller Deutlichkeit bewusst. Denn auch während aufrechter Ehe können andere Vereinbarungen, ausdrücklich oder stillschweigend, getroffen werden. Und in nicht wenigen Ehen hat sich eine bestimmte Aufgabenaufteilung eingeschliffen, welche als stillschweigende Vereinbarung gedeutet wird.

Während der Ehe gilt außerdem der Anspannungsgrundsatz, ein Gedanke der auch in die Überlegungen zu nachehelichen Unterhaltszahlungen einfließt. Kurz gefasst bedeutet das Anspannungsprinzip, dass beide Teile nach Möglichkeit ihrer Kräfte und Fähigkeiten zur Deckung der ehelichen Bedürfnisse beizutragen haben.

Zweck eines Unterhalts ist demnach die Bestreitung der Bedürfnisse. Während der Ehe für den gemeinsamen Lebensaufwands und nach der Ehe eben für den persönlichen.

Laufender, einmaliger oder gänzlicher beidseitiger Unterhalts-Verzicht

Nachdem der Unterhalt frei vereinbar ist, können sich die Ehegatten ausmachen, ob der Unterhalt in Form einer laufenden Rente bezahlt wird oder mit einem Einmalbetrag (auch in mehreren Raten) beglichen wird. Auch ein gänzlicher beidseitiger Verzicht auf